Sport und Gesundheit am Arbeitsplatz

Am Arbeitsplatz muss Leistung erbracht werden. Leistung ist allerdings keine einfache Größe. Sie ist von vielen Faktoren abhängig. Der schmale Grat für den Arbeitgeber liegt dabei zwischen Motivierung seiner Mitarbeiter und Stresserzeugung, die die Leistung selbst wieder einschränkt und sogar zu gesundheitlichen Folgeproblemen führen kann, die weitere Ausfälle und Kosten nach sich ziehen. Dies ist aber nicht das Hauptargument dafür, auf die Gesundheit am Arbeitsplatz zu achten.

Gesundheit am Arbeitsplatz ist traditionell ein schwieriges Thema im Kapitalismus. In den Anfängen waren billige Arbeiter überall vorhanden. Mangelnder Schutz durch Gewerkschaften führte zu einer Verelendung ganzer Bevölkerungsschichten. Aber auch heute ist Gesundheitsmanagement im modernen Betrieb immer noch ein Thema. Das Grundproblem ist immer noch das gleiche: Die gesunde Motivation, etwas zu leisten, wird verfehlt – von außen oder selbst erzeugter Stress führen dazu, dass der Körper Warnsignale aussendet, die oftmals ignoriert werden. Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit sind dabei aber nicht einfach nur Kostenfragen, die mit den erwarteten Arbeitsausfällen gegengerechnet werden können. Eine Arbeitsatmosphäre, in der auf die umfassende Gesundheit der Angestellten geachtet wird, erhöht Motivation, Wohlbefinden und Zufriedenheit. Das erhöht wiederum die Flexibilität, Produktivität und Qualität der geleisteten Arbeit.

Gesundheit am Arbeitsplatz ist ein politisches Thema

Die EU verschreibt sich verstärkt diesem Thema. Die betriebliche Gesundheitsförderung wird als wichtige Voraussetzung für den zukünftigen Erfolg der EU gesehen. Bisher gibt es noch Defizite beim Gesundheitsmanagement. Zwar sind Gesundheits- und Schutzbestimmungen heutzutage oft gesetzlich vorgegeben und müssen eingehalten werden. Der Gesetzgeber nimmt dabei die Führungskräfte in Verantwortung, aber auch die einzelnen Mitarbeiter, sowohl für sich selbst als auch für ihre Kollegen. Zwischen den gesetzlichen Ansprüchen der betrieblichen Gesundheitsförderung und ihrer Verwirklichung in der Wirtschaft herrscht aber immer noch eine Kluft.

Die bisherigen Regelungen umfassen gesetzlich vorgeschriebene Pausenzeiten, aber auch entsprechende Schutzkleidung, auf die im professionellen Umfeld geachtet werden muss. Bei körperlichen Arbeiten, aber auch bei sogenannten Schreibtisch-Jobs, entstehen zusätzlich Verschleißerscheinungen wie Rückenleiden, denen zu Hause mit Übungen vorgebeugt werden kann. Oftmals lassen sich diese Übungen sogar am Arbeitsplatz durchführen.

Gesundheitsmanagement ist oft Stressmanagement. Aber das Thema geht noch weiter. Oft wird übersehen, dass auch psychische Erkrankungen vermieden werden können. Mittlerweile nimmt die Anzahl zu. Mobbing am Arbeitsplatz ist ein großes Problem, das den ohnehin oft stressigen Arbeitsalltag weiter erschwert. Gerade hier sind die Mitarbeiter gefordert, um sich frühzeitig entschieden zu positionieren und solchen Entwicklungen Einhalt zu gebieten.